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  • Annabell Engel

Blogserie: Traurituale - Nr. 1: Was sind Traurituale und wie finden wir die passenden für uns?

Herzlich willkommen zu meiner neuen Blogserie! In den folgenden Beiträgen möchte ich Euch gern meine liebsten und gleichzeitig auch einige der beliebtesten Rituale bei freien Trauungen vorstellen. Bevor es jedoch damit losgeht und wir voll in die Materie einsteigen, heute ein einleitender Post zur Klärung einiger grundlegender Fragen, die immer wieder in diesem Zusammenhang auftauchen:


Was sind eigentlich Traurituale?


„Ein Ritual (von lateinisch ritualis ‚den Ritus betreffend‘, rituell) ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt.“


So lautet die Definition aus Wikipedia. – Klingt im ersten Moment nicht wie etwas, das in einer modernen und konventionslosen freien Trauung seinen Platz hätte, oder? Ich glaube, das, was in dieser Definition ggf. negativ ins Auge fällt, sind vor allem die Worte „nach vorgegebenen Regeln“ und „formell“ – das klingt steif, trocken und einengend. Was aber, wenn ich Euch sage, dass Ihr die Regeln selbst erfinden könnt?! Und formell bedeutet in dem Fall einfach nur, dass die Handlung einer bestimmten, zuvor – von Euch! – festgelegten Form folgt. Und das ist es eben, was ein Ritual ausmacht und seinen feierlichen Charakter bewirkt: Es handelt sich dabei um eine symbolische Handlung, die auf vorher festgelegte Art und Weise ausgeführt wird. Das heißt nicht, dass Ihr dabei wie Schauspieler nach einem Drehbuch agieren müsst, sondern nur, dass das Ganze eben nicht völlig spontan stattfindet.


Hier ein paar Beispiele: Eines der bekanntesten Traurituale ist sicher der Ringwechsel. Traditionell findet er während der kirchlichen Trauung statt, hat aber auch längst seinen Platz im Standesamt und bei freien Trauungen gefunden. Er symbolisiert die potentiell unendliche Verbindung der beiden Partner. Eine weniger traditionelle, aber sehr beliebte und inzwischen recht verbreitete symbolische Handlung ist das Sandritual, bei dem zumeist von beiden Partnern Sand in unterschiedlichen Farben in ein Glas gegossen wird, um die Verbundenheit und gleichzeitige Eigenständigkeit der beiden zu symbolisieren. Auch dieses Ritual werde ich in einem der nächsten Beiträge noch ausführlich darstellen, genauso wie einige weitere Beispiele. Aber keine Angst: Falls Euch keines der gängigen Traurituale gefällt, besteht auch immer die Möglichkeit, diese entweder abzuwandeln oder aber ganz nach Euren Vorstellungen ein völlig neues Ritual zu entwickeln. Dabei steht Euch Eure Traurednerin oder Euer Trauredner zur Seite.





Wie wäre es mit einem Eistausch als Trauritual? Wäre das etwas für Euch? Mit einer freien Trauung ist alles möglich!




Brauchen wir unbedingt ein Ritual in unserer freien Trauung?


Das Hauptmerkmal der freien Trauung ist nicht umsonst die damit verbundene Freiheit – also: Nein! Wenn Ihr gern auf rituelle Handlungen jeder Art verzichten möchtet, könnt Ihr das natürlich tun. Ich selbst bin ein großer Fan von Ritualen, weil sie durch ihre Symbolhaftigkeit eine sehr feierliche Stimmung verbreiten und sich darüberhinaus gut zur Strukturierung der Zeremonie eignen, aber wenn Ihr das nicht möchtet, ist das natürlich vollkommen legitim. Eure Hochzeit, Eure Entscheidungen!


Worauf sollten wir bei der Auswahl der Traurituale achten?


Das wichtigste: Die Rituale sollten zu Euch passen. Ihr solltet Euch wohl damit fühlen und Euch nicht wie Schauspieler bei der Inszenierung eines Stückes vorkommen. Zu bedenken ist außerdem, was Ihr damit erreichen bzw. symbolisieren möchtet. Ein Ritual kann beispielsweise der Einbindung weiterer Familienmitglieder dienen. Dies ist etwa bei der Schatzkiste der Fall, in die Eure engsten Verwandten jeweils einen symbolischen und mit guten Wünschen verbundenen Gegenstand für Euch legen. Wenn Ihr hingegen noch einmal die Unauflöslichkeit Eurer Verbindung hervorheben und einen romantischen Moment erzeugen wollt, eignet sich beispielsweise das traditionell in Großbritannien vollzogene Handfasting. Ihr seht: Hinter jedem Ritual steht eine spezielle Botschaft, und mit jedem ist eine bestimmte Wirkung verbunden. Überlegt Euch also am besten zunächst, was Ihr aussagen möchtet, lasst Euch dann passende Vorschläge von Eurer Rednerin oder Eurem Redner machen und passt diese ggf. nach Euren eigenen Vorstellungen an.

Was außerdem zu Bedenken ist: Die einzelnen Rituale sollten nicht zu lange dauern und auch nicht zu kompliziert sein. Sonst kommt nicht nur Ihr in der Aufregung womöglich durcheinander, es wird auch für Eure Gäste schnell verwirrend und langweilig. Daher sollte jede symbolische Handlung so gestaltet sein, dass sie idealerweise auch aus einigen Metern Entfernung noch gut wirkt und ihre Bedeutung auf einen Blick zu erfassen ist bzw. mit wenigen Worten erklärt werden kann.


Und natürlich bedürfen die Rituale einer gründlichen Vorbereitung und Absprache, damit während der Trauung nichts schiefgeht: Die Materialien müssen bereit liegen und alle involvierten Personen sollten wissen, wann was von ihnen erwartet wird. Aber auch hier gilt: Wendet Euch vertrauensvoll an Eure Rednerin; ihr Job umfasst vielmehr als nur das Formulieren und Vortragen der Traurede: Sie oder er ist auch Berater, Mentor, Zeremonienmeister und noch viel mehr. Als Traurednerin bezeichne mich gern – auch wenn es zugegebenermaßen etwas kitschig klingt – als erfahrene Kapitänin, die Euch routiniert durch die Trauzeremonie navigiert und Euch sicher und glücklich in den Hafen der Ehe führt.


Einige Inspirationen für schöne Traurituale erwarten Euch wie bereits angekündigt in den folgenden Beiträgen der Blogserie – seid also gespannt!


Habt Ihr bestimmte Wünsche für die nächsten Blogbeiträge? Gibt es ein Trauritual, über das Ihr unbedingt mehr erfahren möchtet oder wollt Ihr Eure Ritualerfahrungen mit mir teilen? Dann kommentiert doch gerne unter dem Post oder schreibt mir eine persönliche Nachricht! Ich freue mich!

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